Erklärung Verkehrswert

Im Baugesetzbuch (BauGB) § 194 ist der Begriff Verkehrswert wie folgt definiert. “Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung, ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse, zu erzielen wäre.“

Um einen marktgerechten Wert zu ermitteln, einen realistischen Verkaufspreis, werden Wertermittlungsverfahren zur Berechnung eingesetzt.

„Auf Grundlage einer Analyse der gestellten Wertermittlungsaufgabe, des erforschten Sachverhaltes, der zur Verfügung stehenden Daten und der sonstigen Umstände des Einzelfalles“ (Kleiber, Fischer, Werling, Verkehrswertermittlung von Grundstücken, 7. Auflage 2014, ISBN 978-3-8462-0218-0, Bundesanzeiger Verlag, Köln, 2014, Seite 207/445) wird das oder die Verfahrensgerechten Bewertungsverfahren vom Sachverständigen ausgewählt. „Mit dem Gutachten soll die gestellte Aufgabenstellung eine präzise Beantwortung erfahren. Am Ende eines Gutachtens über den Verkehrswert von Grundstücken steht deshalb der in Euro ausgewiesene Verkehrswert des Grundstückes unter Angabe des Wertermittlungsstichtages.“ (Kleiber, Fischer, Werling, Verkehrswertermittlung von Grundstücken, 7. Auflage 2014, ISBN 978-3-8462-0218-0, Bundesanzeiger Verlag, Köln, 2014, Seite 208/ 448).

Verfahrensgerechte Bewertungsverfahren sind in der Regel das Vergleichswert- das Ertragswert- und das Sachwertverfahren. Diese Verfahren sind in der Bodenrichtwertlinie (BRE- RL), Sachwertrichtlinie (SW-RL) und der Vergleichswertrichtlinie (VW- RL) geregelt. Je nach Einzelfall können andere Verfahren zur Anwendung kommen. Diese sind entsprechend zu begründen.